„Resistance in Crumbling Democracies“ (Widerstand in bröckelnden Demokratien)

Utl: „Kultur der Politik wird wieder gebraucht“

Hochkarätige Podiumsdiskussion im Sigmund-Freud-Museum über Autoritarismus, Widerstand und die Krise der Demokratie

Wien, 12. März 2026 – In der Bibliothek für Psychoanalyse im Sigmund-Freud-Museum fand eine außergewöhnliche Podiumsdiskussion statt, die den Bogen zwischen Psychoanalyse und politischer Gegenwart spannte. In Kooperation mit dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) diskutierten internationale Experten auf Englisch über eine der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie können Demokratien dem wachsenden Autoritarismus widerstehen?

Widerstand: Psychoanalytisch und politisch

Im Einklang mit dem diesjährigen Themenschwerpunkt des Sigmund-Freud-Museums – „Widerstand“ – beleuchtete die Diskussion die bewussten und unbewussten Dynamiken innerhalb von Gesellschaften. Die Ausgangslage ist alarmierend: Die Gefahr von Autoritarismus und Totalitarismus scheint heute größer als jemals zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die zum Bersten gefüllte Bibliothek – ein buntes Publikum aus Psychotherapeuten, Publizisten, Studierenden, Politologen und politisch Interessierten – unterstrich die Relevanz des Themas. Die Spannung war greifbar: Was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn Politik in Autoritarismus abgleitet?

Die Kernfrage: Wie wird Demokratie wieder attraktiv?

Die drei renommierten Wissenschaftler näherten sich dem Thema aus praktischer und wissenschaftlicher Perspektive und stellten unbequeme Fragen:

  • Werden autoritäre Bedrohungen den Widerstandswillen in passive Akzeptanz einer neuen Realität verwandeln – ähnlich dem in der Psychoanalyse beschriebenen Widerstand gegen Veränderung?
  • Welche Gefahren birgt dies für die Zivilgesellschaft?
  • Sollten sich demokratische Institutionen auf das Undenkbare vorbereiten?

Und vor allem: Wie können wir Demokratie für Bürgerinnen und Bürger wieder schmackhaft machen?

Widerstand: Zwei Seiten einer Medaille

Ein zentraler Gedanke der Diskussion: Widerstand funktioniert in Demokratie und Psychoanalyse gegensätzlich.

In der Psychoanalyse bezeichnet Widerstand eine unbewusste Vermeidungstaktik – der Patient wehrt sich gegen das Erkennen verdrängter Inhalte. Für den Analytiker ist dieser Widerstand ein entscheidender Anhaltspunkt auf dem Weg zur Heilung: Er muss aufgelöst werden.

In der Demokratie hingegen ist Widerstand eine bewusste, notwendige Handlung – Bürger richten sich gegen Autoritäten, die als falsch oder unmoralisch empfunden werden. Gesellschaftlicher Widerstand ist zentral für eine gesunde Demokratie.

Diese Parallele zog sich wie ein roter Faden durch die Diskussion: Wo Psychoanalyse Widerstand auflösen muss, braucht Demokratie ihn dringend.

Von Trump bis Orbán: Eine globale Bestandsaufnahme

Die Diskutanten analysierten die politischen Entwicklungen in den USA (Demokraten, Republikaner, Trump), Russland (Putin), Ungarn (Orbán) und Serbien (Vučić). Sie verglichen diese mit den „freien Demokratien des Westens“ – die lediglich 20 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen – sowie der Europäischen Union und deren Parteienlandschaft von links bis rechts.

Besonders scharf kritisiert wurde der Aberglaube an einen funktionierenden Neoliberalismus, der viele westliche Demokratien prägt.

Der Ton: Trocken, nüchtern, wissenschaftlich fundiert – und mit einer Prise Humor. Obwohl, wie ein Podiumsteilnehmer bemerkte, die derzeitige Weltlage und die politische Situation in Österreich eigentlich zum Weinen sind.

Autokratien liefern – Demokratien verwalten?

Ein provokanter Gedanke, der im Raum stand: Autokratien und Hybridkratien haben einen unfairen Vorteil.

Nato Frühling 1966 – De Gaulle & Nixon “ Nato Frühling “ (C) WINart Archiv WINnie Jakob

Sie „erfinden“ Probleme und präsentieren sofort „die richtigen Lösungen“. Ihre Führer – ob Trump, Putin oder Orbán – personifizieren den Staat. Sie handeln (oder inszenieren es zumindest), während westliche Demokratien sich in Formalismen verstricken.

Widerstandsnester werden mit einem „Staubsauger-System“ aufgesaugt: Kritiker werden eingebunden, Zweifler mit funktionierenden Institutionen (die freilich von der „Staatspartei“ kontrolliert werden) beruhigt. Wer mitmacht, erhält Förderungen; wer zur Nomenklatura gehört, öffnen sich weitere Wege.

Demokratien hingegen? Sie bieten Bürgern oft wenig Greifbares – außer: Steuern zahlen, wählen gehen, Gesetze einhalten. Und gelegentlich ein paar „Almosen“, um sie ruhigzustellen.

Die unbequeme Wahrheit: Wenn Demokratie nur noch als bürokratisches Prozedere wahrgenommen wird, verliert sie ihre emotionale Anziehungskraft.

Gesellschaften im Riss: USA und Russland

Interessanterweise zeigten die Diskutanten auf, dass sowohl in den USA (besonders seit Trump) als auch in Russland (besonders seit dem Ukraine-Krieg) die gesellschaftlichen Risse tiefer klaffen als je zuvor – trotz massiver Propaganda.

Die Zivilgesellschaft wirkt gelähmt, unfähig, auf aufgebauschte Feindbilder (meist Bilder, die in der Bevölkerung negativ verankert sind, weil sie unbekannt oder unverstanden bleiben) mit konkreten Ansätzen zu reagieren – ohne dabei selbst zum Feindbild zu werden.

Die Frage bleibt: Wie durchbrechen demokratische Gesellschaften diese Lähmung?

Das Podium: Renommierte Stimmen aus Ost und West

Renata Salecl
Professorin für Psychoanalyse und Rechtswissenschaften an der Birkbeck University of London, leitende Wissenschaftlerin am Institut für Kriminologie in Ljubljana/Laibach (Slowenien). Ehemals verheiratet mit dem Philosophen Slavoj Žižek. Ihre Arbeiten verbinden Freud, Lacan und Gesellschaftskritik.

Michael Scott Roth
Historiker und Präsident der Wesleyan University (USA). Zahlreiche Publikationen über Freud, Politik und Studentenbewegungen.

Slobodan G. Markovich
Historiker und politischer Anthropologe an der Universität Beograd/Belgrad (Serbien). Seine Forschung umfasst britisch-balkanische Beziehungen, Kulturtransfer Europa-Serbien sowie psychoanalytische Anthropologie. Fellow am IWM Wien (2023), Mitglied der Academia Europaea.

Misha Glenny (Moderator)
IWM-Rektor, britisch-irischer Journalist und Autor. Ehemaliger BBC-Europakorrespondent, berichtete in den 1990ern über den Jugoslawien-Konflikt. Autor mehrerer Bücher über organisierte Kriminalität und Cybercrime; sein Buch McMafia wurde 2018 verfilmt.

Fazit: Mehr Kultur in der Politik

Die zentrale Botschaft des Abends war eindringlich: Wir brauchen wieder mehr Kultur in der Politik.

Gegen: Verrohung, Drüberfahren, permanente Feindbildproduktion
Für: Respekt gegenüber dem politischen Gegenüber – auch über Landesgrenzen hinweg

Die permanente Zuordnung zu einem politischen Lager, das „prinzipiell falsch liegt“, bewirkt genau das Gegenteil demokratischer Ideale. Unliberalismus macht auch jene zur „falsch liegenden Fraktion“, die glauben, die Lösung zu allem zu haben.

Wahrer Konsens statt fauler Kompromisse – das ist der Ansatz, den die Diskutanten forderten. Auch Ehrlichkeit und das Eingeständnis von Fehlern gegenüber den Bürgern könnte Demokratie wieder beflügeln.

Ein bereichernder Abend auf historischem Boden

Für mich als Kulturmensch und jemanden, der im legislativen Umfeld tätig ist, war es ein außergewöhnlich bereichernder Abend – auf historischem Boden, im Haus des Mannes, der die Tiefenstruktur der menschlichen Psyche ergründete.

Die Diskussion zeigte: Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie muss täglich verteidigt, neu gedacht und für Bürger wieder attraktiv gemacht werden.

Denn wie Freud wusste: Was verdrängt wird, kehrt zurück. Und wenn Demokratien den Widerstand nicht mehr zulassen, wird er sich andere, möglicherweise destruktive Wege suchen.

M.A. Jakob

HONORÉ DAUMIER Spiegel der Gesellschaft in der ALBERTINA, WIEN

„Ein scharfer Kritiker“ Daumier ist eine faszinierende Gestalt, der 1879 verstorbenen Künstler, der als die Zensur bekämpfender Karikaturist für seine Arbeiten ins Gefängnis ging: Er war nicht in einer Schockstarre, sondern scharfer Kritiker der Vorgänge. Er ist so etwas wie der Loriot des 19. Jahrhunderts, der aus einer kleinen Szene etwas ganz Berührend-Menschliches machen kann, Parallelen zum 20. Jahrhundert sind imminent (Lage Europas und die diversen Kriege, die derzeitige Politik). Das mag einer der Gründe sein, weshalb die bis dato letzte Ausstellung in der Albertina zu Daumier 1936 stattfand.

Die politische Lage ist instabil, eine ruchlose Clique missbraucht ihre Macht, die Wirtschaft kriselt und die gesellschaftliche Situation wird immer komplexer und unübersichtlicher. Die Schilderung der Verhältnisse im postrevolutionären Frankreich des 19. Jahrhunderts scheint merkwürdig gegenwärtig und so ist es auch mit der zeitlos aktuellen Kunst des großen Honoré Daumier.

balancierende Europa auf der Welt (Kanonenkugel)

Mit spitzer Feder und unbestechlichem, teils giftigem, Humor hält er seiner Zeit den Spiegel vor, prangert Machtmissbrauch und soziale Missstände an. Als scharfsinniger Beobachter zeigt Daumier darüber hinaus aber auch das alltägliche Leben in der modernen Großstadt Paris.

Die Legislative einst und jetzt (Stichwort Wr. Gemeinderätin mit Handy)

Möglicherweise war der Vergleich mit Loriot, den Albertina-Direktor Ralph Gleis fand, nicht der ideale. Zwar sind Loriots Männchen skurril und dümmlich genug und auch nicht so harmlos, wie sie aussehen, aber sie wären nicht so beliebt, hätte er denselben gnadenlosen Blick auf die Normalmenschen geworfen wie Daumier.

Schwer zu stemmendes Budget (einst & Jetzt)

Bei diesem kommen alle Schichten der Gesellschaft an die Reihe, und dabei gibt es geradezu entsetzliche Fratzen à la Bosch oder auch Goya. Besonders lächerlich ist ihm der „Bürger“ wenn er sich als Kunstkenner gibt – da hat sich die Ausstellung einen Trick ausgedacht, in eine Reihe von Bildern dieses Genres (stupide „Kunstkenner“) zwei Spiegel einzufügen. Ein Schelm wer böses denkt …

Seine Kunst erscheint nicht weniger aktuell als zur Entstehungszeit. 90 Jahre später und unterstützt durch Kooperation und Leihgaben des Städelschen Museumsvereins aus Frankfurt a.M. wird der französische Künstler nun in neuem Licht, von Laura Ritter kuratiert, gezeigt. Neben zahlreichen Lithografien und Zeichnungen sind auch seine berühmten Gemälde und Skulpturen ausgestellt – sowie ein moderner Ansatz als Animationsfilm zum Werk Daumiers, dessen Musik von keinen Geringeren als Paul und Linda McCartney stammt.

Wermutstropfen: trotz redlichem Bemühen des Ausstellungsteams: entweder wiederholen sich die Bildtexte mehrfach oder es fehlen kontextuelle Hinweise auf die Zusammenhänge in der französischen Geschichte sowie die Übertragung der Bedeutung so mancher französischer Ausdrücke z.B. La poire die Birne, poire= Versager oder die Bedeutung der Farben Blau weiß Rot ( Blau= Paris, Weiß= Könige Rot= Volk) oder barboteuses was auch als Tratschweiber (barboter) zu deuten ist.

Für den Nicht Kunstkenner Daumiers ist die Ausstellung vielleicht „langatmig“, weil man sich immer „reinlesen“ muss. Trotz dieser gegebenen Museumsdidaktik dem Publikum gefällts

Fazit: sehenswert und vielleicht auch Erkenntnispotential für heute und Denkansatz an „Kunstkenner“, unsere Politiker und Medien…

Ausstellung in der Albertina ist von 6. Februar bis 25. Mai 2026 zu sehen.

Maestro Karajan (C) WIN -WINart Archiv

Apropos Karikatur:   Daumier durchleuchtete die Bourgeoisie. Prof WINnie Jakob (1927-2012, erste weibliche Karikaturistin Österreichs. Teilbestände in der Albertina) durchleuchtete die Granden der Musik, Oper & Bühne. Beide mit demselben Werkzeug: wenige Linien — und die Maske fällt. Was Daumier im 19. Jahrhundert der Macht antat, machte WIN im goldenen Zeitalter der Klassik: Sie zeichnete nicht Gesichter, sondern essenzielle Wahrheiten. 

JAM_WINart Archiv

Die erste große Retrospektive Ausstellung von Marina Abramović in Österreich.

Eine Retrospektive, die unter die Haut geht Performance-Kunst zum Anfassen – und Miterleben

läuft noch bis 1. März 2026 in der ALBERTINA MODERN  Karlsplatz

02/2026/Vie/MJpress: Die erste große Marina-Abramović-Retrospektive Österreichs in der ALBERTINA MODERN am Karlsplatz. Wer denkt, Performance-Kunst sei nur etwas für Eingeweihte, wird hier eines Besseren belehrt. Die Schau ist ein Erlebnis, das alle Sinne fordert – und die Besucher/innen mitten hineinzieht in die Welt einer der radikalsten Künstlerinnen unserer Zeit.

Warum Wien?

Wien hat eine lange, oft provokante Tradition der Performance-Kunst: Der Wiener Aktionismus der 1960er–70er (Hermann Nitsch, Otto Muehl, Günter Brus, Rudolf Schwarzkogler) schockierte mit körperbezogenen Tabubrüchen und gesellschaftlicher Provokation. VALIE EXPORT, Pionierin des feministischen Aktionismus, hinterfragte mit Werken wie „Tapp und Tastkino“ oder „Aktionshose: Genitalpanik“ patriarchale Strukturen. Später setzte Wolfgang Flatz in den 1970er–90er Jahren autoaggressive Inszenierungen um, die Body-Art und Pop-Art verbanden.

Doch Performance-Kunst bleibt für viele irritierend – und genau das macht den Besuch der Abramović-Schau so spannend. Hier wird man nicht nur Zuschauer/in, sondern Teil des Kunstwerks.

Eintritt in eine andere Welt

Schon beim Betreten der Ausstellung überrascht die Vielfalt des Publikums: alle Generationen, alle Nationen. Projektionen, Geräusche, Exponate – alles wirkt zunächst fremd, fast beunruhigend. Doch schnell beginnt man, sich mit den Texten, den Inhalten, den Performances auseinanderzusetzen. Plötzlich versteht man, denkt mit, interpretiert.

Live nachgestellte Performances – eine nackte Frau, schwebend an der Wand, eine andere, liegend mit einem Skelett auf sich – wirken intensiv und unmittelbar. Natürliche Kraftfelder aus Steinen laden zum eigenen Erleben ein. Die Kunst wird zum körperlichen und emotionalen Erlebnis.

Einziger Wermutstropfen: Die ständigen Ermahnungen der Security wegen Handyaufnahmen!.

Ist es nicht ein Zeichen unserer Zeit, dass wir Erlebnisse digital festhalten und so weitergeben wollen? Vielleicht könnte die Kunst gerade dadurch noch mehr Menschen erreichen.

Marina Abramović: Die Begründerin der modernen Performance

Geboren 1946 in Belgrad (YU/SRB), begann Abramović ihre Karriere in den 1970ern und prägte die Performance-Kunst wie keine andere. Ihre legendären Auftritte – etwa die Langzeitperformance „The Artist Is Present“ (2010 im MoMA) – machten sie weltweit bekannt. In Wien trat sie bereits 1978 auf.

Die Retrospektive zeigt ihre Entwicklung: von frühen Arbeiten in Belgrad über die Zusammenarbeit mit Ulay bis zu Soloperformances, die Grenzen ausloten – körperlich, emotional, spirituell. Die Ausstellung ist in Themenräume gegliedert: Partizipation, Kommunismus, Körpergrenzen, Energie aus der Natur, Erleuchtung. Zu sehen sind frühe Performances, gemeinsame Werke mit Ulay, die preisgekrönte „Balkan Baroque“ (Goldener Löwe, Venedig 1997) und neuere Videoarbeiten.

Besonders spannend: Die Besucherinnen sind eingeladen, selbst in die Rolle von Performer/innen zu schlüpfen. Kunst wird hier nicht nur betrachtet, sondern gelebt.

Ein Muss für alle, die Kunst anders erleben wollen

Die Retrospektive ist mehr als eine Ausstellung – sie ist eine Einladung, sich auf Unbekanntes einzulassen, Grenzen zu hinterfragen und Kunst mit allen Sinnen zu begreifen. Wer sich auf das Abenteuer einlässt, wird belohnt: mit neuen Perspektiven, intensiven Erlebnissen und der Erkenntnis, dass Performance-Kunst nicht nur provokant, sondern auch zutiefst menschlich ist.

Mehr erfahren:

  • Einblick in die Ausstellung mit Kuratorin Bettina Busse: Video-Link
  • Marina Abramović über ihr Leben und ihre Vision: Video-Link

Fazit: Wer die Chance hat, sollte sie nutzen – die Abramović-Retrospektive in der ALBERTINA MODERN ist ein Kunstereignis, das noch lange nachhallt. Bis 1. März 2026!

Einer der großen Opernregisseure Harry Kupfer im Künstler Firmament

Der bedeutende Opernregisseur Harry Kupfer ist tot. Er starb nach langer Krankheit 84-jährig am 30. Dezember 2019. Kupfer wurde am 12. August 1935 in Berlin (DDR) geboren. Seine Karriere begann in den 1950ern in Ostdeutschland. Er inszenierte u. a. an der Komischen Oper Berlin (KOB), in Bayreuth, Dresden, Wien, Salzburg und Graz.

Er schuf mehr als 200 Inszenierungen, insbesondere zu Mozart, Strauss und Wagner. Seine letzte Inszenierung war zugleich seine Heimkehr an die Komische Oper, wo er im Frühjahr dieses Jahres noch Händels „Poro“ gestaltete.

Unter seinen wichtigsten Inszenierungen waren für Bayreuth 1978 Wagners „Der fliegende Holländer“ und 1988 „Der Ring des Nibelungen“, 1986 bei den Salzburger Festspielen die Uraufführung von Pendereckis „Die schwarze Maske“ und ein ganzer Wagner-Zyklus an der Berliner Staatsoper mit Daniel Barenboim.

An der Volksoper Wien inszenierte er 1984 „La Bohème“ in der ich auch mitwirkte. Im Theater an der Wien inszenierte er auch Musical – und zwar eines der erfolgreichsten, die Uraufführung der Musicals „Elisabeth“ (1992) sowie 1999 „Mozart!“.

In meiner Erinnerung zeichnete sich Harry Kupfer  dadurch aus, dass er zwar sehr „preußisch“ Regieanweisungen gab, jedoch den Künstlern einen Spielraum gab, solange dieser dem Rahmen seiner besprochenen Werkinterpretation entsprach. Er war sehr freundlich, umgänglich und nicht hochnäsig. Er hatte auch ein sehr ausgeprägtes Personengedächtnis.

Meine Tante – die einzige weibliche österreichische Kultur Karikaturistin – Prof. WINnie Jakob (1927-2012) traf und zeichnete ihn öfters. Hier eine Zeichnung aus 1986 bei den Salzburger Festspielen aus dem WINart Archiv f Kunstnachlass & Karikatur eV NPO

Wir werden ihn vermissen und sein Schaffen in Erinnerung behalten.

MA Jakob

Einer der großen Wagner-Sänger Bassbariton Theo Adam ist entschlafen- bleibender Fixstern am Opernhimmel

Theo Adam, Bassbariton, der in Wagner-Partien und Strauss-Rollen, neben 100 weiteren Partien, auch als Interpret von Liedern von Brahms, Schubert und Wolf sowie als Oratoriensänger, Weltgeltung erlangte – starb am 10. Jänner 2019 mit 92 Jahren in seiner Heimat Dresden.

Die Jahrzehnte Stimme des Renommierten seiner Zeit ist jedoch nicht verklungen

Die Opernwelt verliert einen der bedeutendsten Interpreten des 20. Jahrhunderts, „ein kosmopolitischer Sängergigant“ und einer der wenigen deutschsprachigen Weltstars der Opernbühne. Sein Wotan in Bayreuth (dort sang er erstmals 1952) hatte Maßstäbe gesetzt. Herausragend sei er auch in seiner geradezu virtuosen Liedinterpretation gewesen, so u.a. der Wiener Staatsopern Direktor Meyer.

WIN (Prof. Winnie V. Jakob 1927-2012) die berühmte und einzige österreichische Kultur-karikaturistin porträtierte und publizierte ihn mehrmals. So auch 1981 als BAAL in Baal (Friedrich Cerha) bei den Salzburger Festspielen. (Dies war seine 100. Rolle. Ihn sang er 1996 zum letzten Mal – mit 70).

Weitere Karikaturen sind  in dem Buch „Karajan con Variazioni“ von Winnie Jakob (Piper Schott, Serie Musik) zu entdecken.

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„Er war ein brillanter Künstler und ebenso großartiger Pädagoge, der vieles von seiner Begeisterung für den Gesang an die Studierenden weitergeben konnte“, würdigte ihn die Rektorin der Dresdner Hochschule für Musik. Adam sei als Künstler mit seiner Kreativität und seinem Talent Vorbild für Generationen von Studierenden gewesen. Er unterrichtete Sängernachwuchs und war engagierter Förderer der Opernausbildung im deutschsprachigen Raum.

Theo Adam wurde am 1. August 1926 in Dresden geboren. 1937 wurde er Sängerknabe im berühmten Dresdner Kreuzchor, nach dem Krieg studierte er Gesang. 1949 debütierte der Bariton an der Staatsoper Dresden (Ensemble Mitglied seit 1953) und sang danach regelmäßig auch bei den Bayreuther Festspielen. Selbst an berühmten Opernhäusern wie der New Yorker Met, der Wiener Staatsoper (wo er mehr als 250 Mal auftrat) und den Salzburger Festspielen (von 1981-1999) wusste Adam zu begeistern. Später inszenierte er auch selbst, moderierte im Fernsehen und schrieb Bücher. Kurz nach seinem 80. Geburtstag nahm der Künstler Abschied von der Bühne und fünf Jahre später zog er sich auch aus der Öffentlichkeit zurück.

 

MA Jakob, WINart Archiv f Kunstnachlass, 11.01.2019

Neue Highlightausstellung „SOKOL Auslese“ im Karikaturmuseum Krems

Sokol

Das Karikaturmuseum Krems eröffnete seine Hauptausstellung „SOKOL Auslese“ (25. März bis 25. November 2018). Sie zeigt 220 der besten Karikaturen, geniale Zeichnungen sowie Porträts von Erich Sokol (1933-2003).

Beginnend mit frühen Karikaturen für die „AZ“ Arbeiter Zeitung, über  satirische Zeichnungen aus den USA und  Cartoons für den Playboy, bis hin zu seinen politischen Karikaturen und der satirischen Porträtgalerie. Auch die selten gezeigten Auftrags-arbeiten für Do & Co, Plachutta und die Zentralsparkasse (heute Bank Austria) sind „Schmanckerln“ der Ausstellung.

Die Eröffnung fand – aufgrund des wiederholten und anhaltend steigenden Andrangs zum Karikatur Museum Krems mit seinem Alleinstellungsmerkmal – auch diesmal in der benachbarten Kunsthalle Krems statt.

Es sprach u.a. Erwin Steinhauer, als großer Fan Sokols: „Es war für mich eine totale Überraschung. Ich  habe mir damals die Zeitschrift ‚Die Bühne‘ gekauft. Es war mir eine große Auszeichnung von ihm gezeichnet zu werden. Ich habe mich immer gefragt, warum er mich gezeichnet hat. Ich habe dann in einer Dokumentation erfahren, dass Sokol gerne Leute gezeichnet hat, die er gar nicht kannte.“

HBP aD Heinz Fischer – leider erkrankt- ließ durch Erwin Steinhauer ausrichten: „Gute Zeichnungen oder Karikaturen von ihm auf meinem Frühstückstisch konnten den ganzen Tag aufhellen oder mich froh stimmen. Seit seinem Tod im Jahr 2003 sind schon wieder 15 Jahre vergangen, aber da gibt es den tröstenden Spruch, dass nur der verstorben ist, der vergessen wurde. Und Erich Sokol ist – wie die heutige Ausstellung beweist – alles andere als vergessen.“ so Heinz Fischer.

LH Johanna Mikl-Leitner  eröffnete die Ausstellung und erwähnte die Einzigartigkeit Sokols : „Als Karikaturist kommentierte er mit großem Einfallsreichtum das politische Geschehen Österreichs. Seine humorvollen Porträts von gesellschaftlichen Persönlichkeiten und die Cartoons für das Männermagazin Playboy erlangten internationale Bekanntheit. Als erster Art-Direktor des ORF setzte er neue Maßstäbe für das damals junge Medium „Fernsehen“ – das macht Erich Sokol einzigartig für die österreichische Kulturlandschaft.“

Unter den Eröffnungsgästen u. a.: Annemarie Sokol (Witwe und Nachlassverwalterin), Wegbereiterin Dagmar Koller, ORF Art-Dir Michael Hajek, Schauspielerin Erni Mangold, Künstler-Witwe Marietta Deix, Karikaturist Bernd Ertl, mumok-GF Cornelia Lamprechter, Sokol-Expertin Jutta Pichler und LH aD Erwin Pröll.

NICHT UNWESENTLICHE RANDBEMERKUNG:

Sokol gehört wie Deix, Ironimus (Peichl) zu den österreichischen Größen in der männlichen Karikatur. Doch an dieser Stelle sollte – im Wortsinn von HBP aD H. Fischer und LH J. Mikl-Leitner –  auch  DIE für die österreichische Kulturlandschaft Unvergessene WIN (Prof. Winnie JAKOB 1927-2012), einzige österreichische weibliche Kulturkarituristin,  erwähnt werden… wie schnelle Beispiele zeigen…JAM

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1 Collage: Sokol Auslese, Karikaturmuseum Krems
2 Porträt: Ausschnitt Karajan, Sokol (Collage Auslese Sokol, Karikaturmuseum Krems)
3 Karikatur: Herbert v. Karajan, WIN 1985 (Winnie Jakob), Tusche © WINart Archiv
4 Foto: (Ausschnitt)  Erni Mangold, Karikaturmuseum Krems/APA-Fotoservice (Schedl)
5 Karikatur: Erni MANGOLD, WIN 1999 (Winnie Jakob), Tusche, Kohlestift, © WINart Archiv

EUROCATURE:Kongress der Cartoonisten, Illustratoren und Karikaturisten

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EPIC! EUROCATURE XXL 23.-28. März 2018

Seit 2013 gibt es das „Megaevent“- der Kongress der Cartoonisten, Illustratoren und Karikaturisten- mit ausgewählten internationalen und österreichischen modernen Cartoonisten/Karikaturisten und Illustratoren mit einer Serie von Vorträgen, Workshops, „live acts“– man kann sich porträtieren lassen- und eine abschließende Großausstellung samt Prämierung in diversen Kategorien (u. a. Best Studio Piece, Best Exaggeration, Best Traditional Art, Best Digital Art) diesmal wird die Abschluss Ausstellung im Karikatur Museum Krems stattfinden. Das Karikatur Museum Krems war auch in den vergangenen Jahren auch immer wieder eine Pflicht Station.

Noch immer ist dieser Kunstbereich von Männern dominiert, daher nur wenig weibliche Teilnehmerinnen. Doch es sind mehr als zu Zeiten von WIN (Prof. Winnie Jakob 1927-2012) der bislang einzigen österreichischen Kulturkarikaturistin oder der deutschen Cartoonistin/Karikaturistin Marie Marcks (1922-2014)

Schön wäre es, wenn bei der nächsten EUROCATURE auch Werke vergangener anerkannter Künstler/Künstlerinnen der Karikatur exemplarisch ausgestellt werden könnten.

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WINart Archiv, erschienen im Kurier 09.07.1960 WINnie Jakob

Ursprünglich waren diese Kongresse in Frankreich, Heimat von Astérix & Obélix, sowie in Belgien, Heimat von Tintin & Milou (Tim & Struppi) angesiedelt und fanden nicht jährlich statt. Auch in Spanien und Marokko fanden ähnliche Treffen statt.

Seit 2013 hat Österreich jährlich diese Ehre, Anfangs hieß es EUROCON und ist heute unter EUROCATURE international bekannt und etabliert. Auch heuer ist die Veranstaltung bereits ausverkauft.

Es ist nicht die klassische Karikatur oder der Comic Cartoon- der feine Strich mit der spitzen Feder in Tusche im klassischen Schwarz-weiß- sondern eher die opulente überwiegend bunte Darstellung von Persönlichkeiten, wie wir sie von Großauflagen Medien oder Straßen-Porträtisten in touristischen Innenstädten im Sommer kennen.

Dennoch ist nicht zu verkennen, dass diese Kunstform ihre Wurzeln in der Karikatur hat. Ferner ist der Einzug der digitalen Zeichnung eine Herausforderung der diese Kunstrichtung, auch durch 3D Darstellungen, sehr bereichert.

Weitere Infos : www.eurocature.org oder www.facebook.com/eurocature?fref=ts

Die Namen der modernen internationalen Cartoonisten/Illustratoren und Karikaturisten Szene (Auszug):

2018 Wien/Krems: Anton Emdin, Lip Comarella, Stefan Nützel, Agnès Jacquelin (Aka Abel Joachim Crayon), Rui Duarte, Lode Op De Beeck, Allan Buch, Christian Gschöpf, Kelly Whynot, BRBadHei, Patrick Strogulski, Regina Vetter, Theodossis Teneketzidis, Thijs Wessels, Christian Stellner, Axel Krauss, Dominik Zeillinger, Samuel KingDavis, Jacques Thijs, Lucy Hobrecht, Joachim Rick, Susanne Zeiner, Michael Zeiner, Florian Taker, Siv Grethe Bøhn-Pettersen, Raimund Pulz.

2017 Wien: Bruno Tesse, Johanna Veerenhuis, Joaquin Aldeguer, Valentin Chibrit, Marvin Lorenz, Roberto Freire, Martin Fitz, Martin van Gelder, Joachim Rick, Angelo Baiocchi, Mouna Amaout, Jeanet Willems, Karel Op De Beeck, Manny Avetisyan, Radu Cletiu, Stefan Kahlhammer, Michael Graessle, Regina Vetter, Patrick Strogulski, David Op De Beeck, Lode Op De Beeck, Lucy Hobrecht, Axel Wilhelm Krauss, Christian Gschöpf, Raimund Pulz, Hermann Klement, Thomas Kleinberger, Michael Kaiser, Michael Wittmann, Patrick Lichtenecker, Bernd Weidenauer, Gregor Pirker, Agnès Jacquelin, Jasper Vandecruys, Jan Op De Beeck, Daniel Stieglitz, Gerald Koller, Birgit Vlk, Xi Ding.

2016 Wien: Thomas Fluharty, Birgit Vlk (A), Olle Magnuson, Petar Pismetrovic, Marion van de Wiel, Jan op de Beeck (BE), Ralf Ricker, Tasiir Franz, Siv Grethe Bøhn-Pettersen, Patrick Lichtenecker, Herrmann Klement, Bernd Weidenauer, Gregor Pirker, Allan Buch, Agnès Jacquelin, Birgit Vlk, Xi Ding.

2015 Wien: Maria Picasso Piquer, Nolan Harris, Xi Ding, Bruce MacKinnon, Anthony Geoffroy, Bernd Weidenauer (A), Birgit Vlk (A), Bob Krieger, Aaron, Jan, Michael Josenko, Michael Wittmann, Patrick Strogulski (D), Raimund Pulz, Ralf Ricker, Christian Stellner.

2014 Wien: Thierry Coquelet (F), Paul Moyse, Court Jones, Jason Seiler, Xi Ding, Ralf Ricker, Abel Joachim Crayon, Patrick Strogulski (D), Allan Buch, Thomas Aigelsreite.

2013: Jean Mulatier (F), Jan Op De Beeck (BE), Jason Seiler (USA), Nate Kapnicky (USA), Sebastian Krüger, Abel Joachim Crayon, Allan Buch, Amy Aboud, Alberto Russo, Bernd Ertl, Birgit Vlk (A), Brian Main, Boris, Carlos Carcoma, Christian Gschöpf, Christian Stellner, Christof Stanits, LORCA, David op De Beeck, Eric Goodwin, Gerald Koller, Hermann Klement, Jakob Kohlmayer, Jasper Vandecruys, Jeff Bell, Joachim Rick, Josu Maroto, Le Maëster, Martin Fitz, Marvin Lorenz, Memis Agar, Michael Pleesz, Michael Wittman, Michael Jesenko, Nosrat Abdosheykhi (Nasrin Sheykhi), Ralf Ricker, Tasiir Franz, Thomas Lebeltel, Thomas Moor, Vinzenz Schüller, Xi Ding.

G.L.A.M.* time ! Serie von „Schnupper“ Veranstaltungen

GlasGLAM

Foto Credit GLAM time DonauUniversität Krems

 

DonauuniKremsLogoDAS „going public“ Motto der Abteilung Kunst- und Kulturwissenschaften der DONAUUNIVERSITÄT Krems

Eine Serie von „Schnupper“ Veranstaltungen für Profis und Interessierte aus den Bereichen Galerien, Bibliotheken, Archive und Museen (*G.L.A.M. = Galleries/Libraries/Archives/Museums) ein Anreiz für Fortbildung und Besuch von MA Lehrgängen. Eine gekonnte Brücke zum Informationsaustausch und zur Anregung für Experten/Expertinnen und auch für interessierte Laien.

Unter GLAM Time! gab es kürzlich, aus dieser Serie, einen sehr interessanten Vortrag im

GrebeFotoProf. Dr. Anja GREBE (Foto credit DonauUniKrems)

Haus der Geschichte NÖ von Fr. Prof. Dr. Anja Grebe, Univ. Prof. für museale Sammlungswissenschaften von der Donauuniversität Krems  zum Thema: Das notwendige Museum. Was heißt Sammeln im 21. Jahrhundert?

Mehrheitlich von Experten und Expertinnen besucht, bot er interessante und politisch kritische Fakten zu Museen und Sammlungen an die man ad hoc als Besucher oder Fördergeber nicht gleich denkt. Einige Aspekte daraus:

  • 2017 war ein Rekord Jahr für Museen. In Österreich ist das Obere Belvedere in Wien -dank Klimt- auf Platz 1, gefolgt auf Platz 2 von der Albertina und auf Platz 3 die Österreichische Nationalbibliothek. In Europa hat der Louvre in Paris Platz 1 danach die vatikanischen Sammlungen in Rom und auf Platz 3 die Galerien der Uffizien in Florenz.
  • Der Ansturm auf museale Kunst ist derart, dass man die Eintrittspreise kräftig steigern muss um den Besuchermassen etwas Herr zu werden, doch dies reicht nicht aus …
  • Nur 1% der Museen in Österreich seien Bundesmuseen. Die „eingetragenen“ Museen betragen rund 750 in Österreich. Doch alleine NÖ hat diese Anzahl mit anderen Museen übertroffen. Grebe erläuterte Teile des Bundesmuseengesetzes und der darin festgelegten Aufgaben. Sie bemängelte, mit Recht, dass die Aufgaben Forschung, Erhalt und Ankauf in den jeweiligen Basisabgeltungen nicht einmal im Ansatz berücksichtigt werden. Museen müssen daher durch Sponsoring und Sonderausstellungen versuchen diese Mittel einzuspielen.
  • Doch eben diese Sonderausstellungen und Sponsoring, mit viel Aufwand verbunden, bringen auch nicht die Beträge ein und stellen teilweise andere Sammlungen im Haus in einen unverdienten Schatten.
  • In Sachen Erhalt und Digitalisierung wird gerade nur die Personalbasis abgedeckt, jedoch nicht die Technik und Materialien „state of the art“, welche in der Anschaffung und Betrieb nicht gerade günstig sind.
  • In Sachen Forschung werden ebenso nur die Basis der Grundpersonalkosten abgedeckt, weitere Personal- und Erarbeitungskosten für Wissenschaft und Forschung sowie Technik sind nicht berücksichtigt. Hier werden leider auch nicht der Aufwand und die Kosten der Einreichung im Falle eines Nicht Zuschlages berücksichtigt.
  • In Sachen Ankäufe für Sammlungen werden die Museen mehr als stiefmütterlich behandelt, wenn man denkt was interessante ankaufbare Objekte für museale Sammlungen am Kunstmarkt kosten. So verwundert es einen nicht: die Albertina lediglich Ankäufe im Wert von € 500.000 verbucht.

Als mit Kunst und Kultur Befasster, als Kulturjournalist und als ehemaliger Mitarbeiter im Nationalrat, auch mit Agenden des Kulturausschusses befasst, rege ich hier eine Art Berichtslegung der jeweiligen Museumsgruppierungen und anverwandten Wissenschaftskreise an die Mitglieder der Kulturausschüsse der Länder und des Bundes an. Hier können die Herausforderungen und Problematiken und mögliche Lösungs-ansätze herangetragen werden. Dies wäre auch eine zusätzliche Unterstützung für die jeweiligen Entscheidungsträger. Bislang wird dem Nationalrat  ein Bericht der Bundesmuseen und der Kulturbericht des Bundes zugeführt.

BildArchivNÖ

Landessammlungen NÖ/DUK/C.Fuchs

Auch interessant waren die Ausführungen über Objekte in Sammlungen vom Begriff der Semiophoren (Zeichen-Träger) nach Pomian, bis hin, dass eine Sammlung mehr wert sei als einzelne Werke, dies nicht nur im Pekuniären, sondern vielmehr im wissenschaftlichen Wert. So etwa bestehen nur 5% überlieferte Gebetsbücher aus dem Mittelalter, was allgemeine zweifelsfreie Ableitungen über das Ganze dieser Zeit erschwert.

Besonders interessant war  der „Approach“ der Namensgebung und der Beschreibung eines Objektes welches ja ein „Leben vor dem Museum“ hatte. Hier war es der Vortragenden wichtig hinzuweisen, dass Deutungen von Objekten deutlich zu vermeiden sind. Andererseits sollte die Benennung doch etwas „sexy“ sein um das Interesse am beschreibenden Objekt steigern zu können. Gewisslich ein besonderer Spagat zwischen Forschung und Publikums-nähe.

Ferner bot sich nach dem Vortrag eine äußerst interessante Führung mit Mag. Dr. Christian Rapp und  Mag. Benedikt Vogl , Mitglieder des wissenschaftlichen Leitungs-und des Kuratoren- Teams, durch das Haus der Geschichte NÖ. Es wurde nicht so sehr auf die Inhalte als viel mehr auf die Didaktik und die Art der Präsentation der Exponate eingegangen. Man erfuhr sehr viel über Bereiche die man als Besucher ad hoc nicht so wahrnimmt.

So zum Beispiel die Gegenüberstellung von zwei Kinderwägen aus 1945 und 2015 welche aufzeigen, dass das Transportmittel Kinderwagen gestern wie heute unverändert blieb. Oder das paradoxe Beispiel eines Menschen der in der NS Zeit vielen geholfen und viele Menschen gerettet hat, jedoch nur „Martialisches“ von ihm in Form von Totschläger und Schlagring überliefert blieb. Interessant ist die Nutzung von Objekten aus anderen Sammlungen, welche im neuen Kontext gleich eine andere Bedeutung haben kann. (das Modell einer Lokomotive aus dem technischen Museum Wien, als technisches Modell, ist in NÖ als Objekt für den Produktionssektor Stahl und Technik und deren Standort in einem der NÖ Viertel eingesetzt)

Die nächsten GLAM Time! Termine, laut Kollegin Dr. Barbara Margarethe Eggert, M.A. MA : 13. April Donau Uni Krems, 8. Mai Kunstmeile Krems

Weitere Infos unter: https://www.donau-uni.ac.at/de/studium/collection-studies-and-management/index.php und https://www.facebook.com/collectionstudies/

 

IRONIMUS 90 im Karikatur Museum Krems 3. März bis 27. Mai 2018 SEHENSWERT

Iro90         karikaturmuseum logo

Die Ausstellung zum 90. Geburtstag (18. März) der Zeichnerlegende IRONIMUS Arch. Gustav „Gustl“ PEICHL zeigt neue, bislang unveröffentlichte Cartoons aus dem

Peichl

Portrait Peichl Fotocredit Residenz Verlag

„Unruhestand“. Über 60 Jahre hat der Karikaturist  mit spitzer Feder das politische Zeitgeschehen aufs Korn genommen, ehe er sich Ende 2014 zur Ruhe setzte.  Erstmals nun zu sehen eine Ausstellung mit seinen besten nicht politischen Zeichnungen: feinsinnige Cartoons und Karikaturen mit inhaltlichen hintergründigen Beobachtungen, die mit der Doppelbödigkeit des Lebens und der Kunst spielen – und uns die Absurdität der kleinen, alltäglichen Momente vor Augen führen.

Bei der Eröffnung, mit rd. 400 Gästen, am Samstag den 3. März  nach Begrüßung und Einführung durch Dir. Gusenbauer sprach Gerhard Haderer eine fulminante freie Laudatio, nicht nur als Künstlerkollege und Freund, und bezeichnete die Werke Peichls als „Oeuvre der österreichischen Zeitgeschichte“.

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LH J. Mikl-Leitner mit Dir. G. Gusenbauer) (Fotocredit Kunstmeile Krems/C. Redtenbacher

Auch Landeshauptfrau Hanni Mikl-Leitner würdigte zur Eröffnung den Architekten Gustav Peichl sowie den Zeichner IRONIMUS nicht nur das Haus des Karikatur Museum welches seine Handschrift trägt, sondern ob der Inhalte des Hauses, welches mit steigenden Besucherzahlen (zuletzt über 75. 000), ein europäisches und österreichisches Unikat in Niederösterreich und Erfolgsmodell seiner Art für Cartoon, Comic und Karikatur im zeitgenössischen und historischem auftragsgemäß darstelle. Sie lobte nicht nur das Geburtstagskind IRONIMUS sondern auch Dir. G. Gusenbauer für seine Umsetzungen sowie den Kurator Markus Peichl (Sohn von Ironimus). Sie unterstrich generell die hohe Verantwortung des Karikaturisten/Karikaturistin in der Gesellschaftskritik nicht nur als kritischen mit Leichtigkeit, Humor und Spaß, mit wenig Strichen, in kurzen Sequenzen das Wesen des Menschen und das jeweilige Thema erfassend aufzuzeigen, sondern insbesondere einen Anstoß zum Nachdenken zu geben.

Als „Geburtstagsüberraschung“ erhält IRONIMUS ein Album mit Fotobox Bildern sämtlicher Eröffnungsbesucher.

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MA Jakob, WINart Archiv Prof Winnie JAKOB

Ironimus arbeitete als Karikaturist für diverse Zeitungen im deutschsprachigen Raum. Mit mehr als 12.000 Karikaturen, über 30 Büchern und rund 100 Ausstellungen blickt er auf eine beispiellose Karriere zurück, seine ORF-Sendungen Die Karikatur der Woche und Der Jahresrückblick in der Karikatur erreichten ein Millionen-publikum. Unter seinem bürgerlichen Namen wurde er als Architekt bekannt, zum Beispiel durch den Bau der ORF-Landesstudios in Graz, Innsbruck, St. Pölten etc., Anbau des Städel Museums in Frankfurt, der Bundeskunsthalle in Bonn, der Messe Wien und des Karikaturmuseum Krems.

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Held der Eroberung, 1958, Tusche IRONIMUS Archiv Foto MJ Press

Die Ausstellung, im kleinen Peichl Kabinett, von Gottfried Gusenbauer, künstlerischer Direktor des Karikaturmuseum Krems, und Markus Peichl, Galerist und IRONIMUS’ Sohn, kuratiert. Sie zeigt an die 90 Zeichnungen aus den Jahren 1948 bis 2018, darunter neue, bislang unveröffentlichte Blätter, die erst vor Kurzem entstanden sind.

BUCHTIP: 

CoverBuch

Cover: Residenz Verlag

„IRONIMUS Cartoons 1948-2018“ Sohn Markus PEICHL als Herausgeber dieses

Buches im RESiDENZ VERLAG kürzlich erschienen und zeigt eben eine Auswahl an Zeichnungen 1948-2018, welche sich teilweise in der Ausstellung wiederfinden.

ISBN: 9783701734535, 216 Seiten, Hard Copy, € 22,-

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Ironimus zeichnet Bruno Kreisky, Tusche WIN 1985

R A N D B E M E R K U N G:

IRONIMUS hat mit seiner bereits verstorbenen Kollegin Prof. Winnie JAKOB „WIN, Winnie“ (1927-2012) vieles gemeinsam. Sie haben beide familiäre Geschichte aus Böhmen & Mähren. Sie haben beide ähnliche Karrieren bis auf den Punkt Architektur. Der „Mann“ Peichl setzte sich jedoch mehr durch, nicht nur durch politische Karikaturen, sondern auch in der damals männlich dominierten Kunst- und Medienszene, während die einzige österreichische weibliche Kulturkarikaturistin WIN allmählich in Vergessenheit gerät…

IRONIMUS sagte über WIN: “….eine außerordentlich begabte und anerkannte Künstlerin, aber ein schwieriger Mensch…“, so der Maestro über die  Maestra.

Gedenkjahr 2018: Haus der Geschichte Niederösterreich

MuseumNÖ-HDGDas „Museum Niederösterreich -Haus der Geschichte“ präsentiert seit September 2017 Inhaltliches von den ersten menschlichen Siedlungen im heutigen Niederösterreich bis in die Gegenwart. Als Österreichs „Kernland“ will Niederösterreich die Geschichte im zentraleuropäischen Raum im „Lokalkontekt“ begreifbar machen. Zum „Haus der Geschichte Österreich“ in Wien gibt es Unterschiede dort wird ab November 2018, also fast zum Ende des Gedenkjahres, die Geschichte ab Mitte des 19. Jahrhunderts dominieren.

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Ein Wachturm vom eisernen Vorhang (größtes Objekt) und Fluchtflieger 

 

Die Dauerausstellung folgt thematischen Längsschnitten und weniger einer durchgehenden chronologischen Erzählung. In elf „Bereiche“ ist die Ausstellung unterteilt, darunter Themen wie Herrschaft, Religion, Wirtschaft, Technik und Industrie, Wissenschaft und Kultur. Direkt in der Ausstellung ist aktive Vermittlung unter Einbindung des Betrachters angesagt, so zum Beispiel bei „Demokratie“ mit kleinem Nachbau des „Hohen Hauses“, sprich Parlament, sowie Wahlkabinen bringen das Thema sehr gut nahe. Ein Quiz erlaubt sein Wissen zu Demokratie in Österreich zu prüfen und gegebenenfalls zu ergänzen.

Eine gelungene Balance zwischen Texttafeln und Objekte, (über 2.000 Exponate), man hätte sich jedoch mehr Objekte aus dem reichhaltigen Fundus des Landes NÖ erwartet. Immerhin wurde 2016 unter LH Pröll die Kunstsammlung des Landes von St. Pölten nach Krems übersiedelt, wodurch im Museum Niederösterreich (Ex Landesmuseum) viel Platz geschaffen wurde. Die derzeit in Bau befindliche Neue Landesgalerie Niederösterreich im Bereich der Kunstmeile Krems wird voraussichtlich erst 2019 fertig sein.

Von kurios bis rar reichen manche Stücke: das Staatsauto von Figl, Erstdruck einer Lutherbibel aus 1545, das Schachbrett Karl Renners, das „Bonjourl“- der militärisch geschnittene Morgenrock Kaiser Franz Josephs I. – Er trug zeitlebens mehrheitlich nur Uniform-, ein Picknickset von Kronprinz Rudolph (nur sehr wenige Stücke aus der vom Land NÖ um rund 2,6 Millionen Euro angekauften umfangreichen Habsburgsammlung von Mario Plachutta) oder der „Sparsarg“ mit Bodenklappe: diese wiederverwendbare Sarg wurde unter Kaiser Joseph II. jedoch aufgrund von Protesten nur kurze Zeit eingesetzt. Das größte Objekt ist ein zehn Meter hoher Wachturm aus der Zeit des Eisernes Vorhanges.

Im ersten Stock findet man die Industrialisierung und eine leider reduzierte Darstellung des Ersten Weltkrieges (eine tiefere Didaktik hätte die Auswirkungen und Folgen bis heute besser darlegen können) hin zur autoritären Wende Zentraleuropas in den 1930er-Jahren – inklusive der vieldiskutierten Diktatur des Christlichsozialen „Ständestaates“. Bei der Zeit der NS-Diktatur wird u.a. versucht, die Mechanismen der Nazi-Herrschaft bloßzulegen: von Propaganda und Lebensborn bis hin zur pervers ausgeklügelten Logistik der Konzentrationslager. (Auch hier wäre schön gewesen die NS-Missbräuche und politischen Instrumentalisierungen der Auswirkungen des 1. Weltkrieges didaktisch noch näher aufzuzeigen). Zwei Korridore sind der Zeit nach 1945 gewidmet. Zu sehen gibt es das einzige vollständige Faksimile des Staatsvertrages (russischen Ursprungs). Darüber hängend ein Originalgemälde der Staatsvertragsunterzeichnung im Belvedere von Sergius Pauser. Dieses Gemälde ist eher unbekannt und der Stil entsprach nicht dem Geschmack der Zeit, deshalb fanden die Darstellungen von Robert Fuchs mehr Verbreitung.

Logo18MJPRESSAnerkennend ist die Kurzthematisierung nach dem 2. Weltkrieg der Vertriebenen „Deutschsprachigen“ etwa ein Kinderwagen vom „Brünner Todesmarsch“ 1945 nach Kriegsende (neben einem, den syrische Flüchtlinge 2015 im burgenländischen Nickelsdorf verwendeten: ein etwas „hinkender“ Vergleich, welcher lediglich die Transportmittel einst und jetzt veranschaulichen will) zu erwähnen, allerdings wurde leider nicht näher darauf eingegangen, auch nicht aus der Sicht des wirtschaftlichen Aufbaubeitrages der Vertriebenen, auch für Niederösterreich.

Dafür ist Museumsinitiator Erwin Pröll mehrfach präsent, ebenso ÖVP Granden wie LH Ludwig beim Autobahn Spatenstich, LH Pröll beim Spatenstich des Regierungsviertel in der „neuen“ Landeshauptstadt St. Pölten oder in Form des Original Mantels und der Drahtschere die Außenminister Alois Mock beim Durchschneiden des Eisernen Vorhangs getragen hat, inklusive dazugehöriges „Ikonen“ Welt Foto dieses Aktes sowie ein großformatiges Bild mit jüngerem, noch-nicht-Landeshauptmann, Pröll mit Kind im Arm und Tschechoslowakei-Fähnchen; bürgerlich doch schon „staatstragend“. Zuletzt erscheint in der Zeitleiste auch Landeshauptfrau Mickl-Leitner bei der Amtsübergabe durch den Amtsvorgänger.

Wert auf politische Neutralität wurde hingegen in der Schwerpunktausstellung zur dollfParlErsten Republik gelegt. (Bis 09. Februar fanden kleine Adaptierungs-arbeiten statt). Detailliert und vielschichtig ist das sensible Thema „Ständestaat“ aufbereitet, die Debatte um den Begriff „Austrofaschismus“ von allen Seiten mit Zitaten aus Wissenschaft und Politik beleuchtet, die sich um das umstrittene Porträt von Diktator und Nazi-Opfer Engelbert Dollfuß gruppieren. (Das Bild hing bis zur Parlamentssanierung im ÖVP- Parlamentsklub und ist nun eine Leihgabe an das Haus der Geschichte NÖ).

BildNÖMus20er_Seite_2Erschreckend, untergriffig und ungemein pointiert erklärt die Auswahl der Wahlplakate der Zwischenkriegszeit die Feindseligkeit zwischen den großen politischen Gruppierungen. Derart radikale negative untergriffige und suggestive Wahlkämpfe hielt man mehrfach für überwunden.

Die traurige Unversöhnbarkeit der drei großen politischen Lager (Sozialdemokraten, Christlichsoziale, Deutschnationale) in Sachen Weltanschauung ließen unisono die Erste Republik letztendlich scheitern. Dass es nach 1945 funktionierte – trotz auch so mancher fragwürdiger Plakate aus dieser Zeit – lag nicht zuletzt auch am Ausgleich durch die Sozialpartner und einer einheitlichen Einsicht der späten Vernunft nach dem vielseitig erlittenem großen Leid der Diktaturen und des notwendigen Miteinander zum Wiederaufbau Österreichs zum Wohle ihrer Bürger und Bürgerinnen.

18 RepÖstDennoch symptomatisch Österreich hat gleich zwei Museen mit „bundesrepublikanischer“ Geschichte Österreichs in neuerer Zeit. Die relativierten Geschichtsinterpretationen von SPÖ, ÖVP inkl. „normative Kräfte des Faktischen“ (Alliierte und EU), welche offensichtlich noch lange nicht auf ein akzeptables Narrativ – nicht nur zum Thema „Ständestaat“ kommen – trotz aufarbeitender Gestaltungen durch hochkarätige Historiker. Dies drückt sich aus beim nur kurzem „anstreifen“ von heiklen Themen oder gar durch „weglassen“ von Facetten welche offensichtlich aus Sicht des heutigen Mainstreams – noch immer nicht – gesellschaftlich offen ausdiskutierbar sind oder anders gesagt, es fehlt noch immer ein gewisser Mut zur Wahrheit aus damaliger und heutiger Sicht. Diese Diskrepanz zeigt sich heute auch teilweise im politischen Geschehen Österreichs, wie auch teilweise in den offiziellen Veranstaltungen im Gedenkjahr 2018, wo manche seinerzeit leidtragende Gruppen und deren Zeitzeugen nicht vorkommen.

Fazit: Ein mehr als sehenswertes Museum mit ausgereiften und guten didaktischen Instrumenten – auch für die Jugend – äußerst interessant und anregend gestaltet. Es macht neugierig und regt nicht nur das Wissen an, sondern regt auch ein Nach – und Überdenken an. Leider nur verhältnismäßig wenig Exponate, teilweise falsch zugeordnete Texte zu den Exponaten und teilweise spärlich beleuchtet. Der NÖ Bezug ist im kontextuellen Zusammenhang sehr gut und wirklich interessant.

Ein Zeitaufwand der sich lohnt: Mindestens zwei Stunden sollte man für einen Rundgang aufbringen. Bei Vertiefung im Lesen und Nutzen der vorhandenen elektronischen Medien (mit sehr guten Aufbereitungen und Erklärungen sowie Quiz) mindestens 1,5 Stunden mehr.

Die Eintrittspreise Haus der Geschichte NÖ und Haus der Natur NÖ, nur als Kombi möglich, sind etwas hoch. Man muss ja eigentlich auch noch die Parkgaragengebühren hinzurechnen. Es gibt jedoch mehrere Ermäßigungsmöglichkeiten.

Dieser Besuchsbericht ist aus der Sicht eines politisch und geschichtlich interessierten vorgebildeten Besuchers mit altösterreichischen Bezügen verfasst. Er versucht sowohl eine Äquidistanz als auch ein Zoom und ein Hinterfragen sowie Auseinandersetzen über die Inhalte kulturell und thematisch zu berichten.

Mjpress

Bildnachweise ©: Prospekt Deckblatt und Ausstellungsbild Plakate (Museum Niederösterreich – Haus der Geschichte), Logo 100 Jahre Republik Österreich, Jahreszahlenlogo (Mjpress), Dollfuß (Mjpress), Schatten Objekte(Mjpress)